Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, also wegen meiner Bgeisterung für Wüsten, man könnte sagen, weil ich – Barbara – Wüstenerlebnisse sammeln möchte, eines der Ziele auf dieser Reise. Die ersten Eindrücke bekamen wir bei der Anfahrt auf der C19 mit faszinierenden Bergketten in nachmittäglicher Beleuchtung – aber erst mal wenig Sand.
Untergebracht waren wir im Camping-2-Go, dessen Zelte identisch mit denen in der Kalahari waren, so dass wir uns gleich zu Hause fühlten. Begrüßt hat uns in der Nähe des Zelts eine ganze Herde Oryx, am Morgen, nach einer nicht ganz so kalten Nacht wie in der Kalahari, dann die Überraschung: die Oryx sind gar nicht so scheu, ein Fest für die Fotografen – und ein Hinweis: Möhren mögen sie nicht.
Nach dem Frühstück ging es zügig, wenn auch nicht sehr frühmorgens, los nach Sesriem, wo wir in den Park fuhren, was ziemlich schnell ging, und weiter Richtung Sossusvlei. Hier begleiteten uns rechts und links der Strasse schon schöne rote Dünen, vor denen immer wieder Oryx und Strausse zu sehen waren.

Wir waren natürlich ein wenig vorbereitet, so dass uns „Dune 45“ ein Begriff war. 45 sollte für die km ab Parkeingang stehen, nur wir hatten nicht auf den Tacho geschaut also … ist es vielleicht die? Sieht gut aus, da ist ein Parkplatz mit einige Fahrzeuge, Menschen sind auch zu sehen, also warum nicht zumindest kurz halten und wenn „Dune 45“ dann noch viel, viel eindrucksvoller ist, dann eben noch ein Halt.
Doch warum haben die anderen Touristen Schals und Gesichtsschutz umgebunden? Offensichtlich sind sie etwas erfahrener mit den örtlichen Gegebenheiten, denn das hilft gegen den Sandsturm, mit dem wir nicht so gerechnet hatten. Andererseits, es ist auch gut ohne Tücher auszuhalten und Lukas bekommt von Meike die grüne Käppi gegen die Sonne. Nur mit Kamera auf die Düne zu klettern sollte man sich vorher überlegen, das kann ein wenig Sand ins Getriebe bringen, aber auf den ersten Blick ist das nur äußerlich, die Bodies halten ein wenig aus und es gab keine bleibenden Schäden. Ganz schnell klettern Meike und Lukas im großen Sandhaufen herum, und auch dass der Wind die grüne, neue Käppi zum Eigentum der Wüste gemacht hat – nicht ganz passend zu „Leave nothing but footprints“, aber eindeutig auch nicht geplant – konnte dem Vergnügen nicht schaden. Die Düne 45 haben wir dann doch ausgelassen – unsere war eher so „Dune 42“, aber so viel anders sah sie nicht aus, nur war dort viel mehr Betrieb.


Das nächste Ziel war dann Sossusvlei. Hier gibt es einen bequemen Parkplatz, mit einem Shuttlebus für die letzten Kilometer nach Deadvlei. Wenn man einen 4WD fährt, dann muss man sein Auto allerdings nicht stehen lassen, man kann auch bis auf den hinteren Parkplatz zum Deadvlei fahren. Also wir wollen selbstverständlich weiterfahren und lassen uns nicht von dem ersten Fahrzeug, das schon nach 100 Metern im Sand steckt, bange machen. Daniel hat Sanderfahrung und wir kommen gut an.

Am Ende der Strasse weht es nun ziemlich, inzwischen geht es auch auf die Mittagszeit zu und dementsprechend liegen die Temperaturen im Bereich von 40°. Aber schlappmachen gilt nicht, wir laufen durch die Wüste und lassen nur Andreas das bunte Treiben unter den Bäumen nahe des Parkplatzes genießen, um in einer Senke, eingerahmt von hohen Dünen, eine weiße Wüstenlandschaft mit abgestorbenen Kameldornbäumen zu finden, ein Muss für jeden Photografen.


Ein wenig kommen auf dem Weg Erinnerungen an Purnululu in Australien auf: heißer Boden und nur bedingt geeignete Sandalen – immerhin haben sie diesmal gehalten – brachten es mit sich, so dass ich doch lieber barfuß gegangen bin, soweit es der Sand zuließ, denn der Sand im Schuh scheuerte ziemlich. Ich habe mir so glücklicherweise weder gescheuerte noch hitzebedingte Blasen zugezogen. Und der Weg hat sich gelohnt, die Pfanne am Ende ist beeindruckend, unglaublich, dass hier in den Skeletten der Bäume des Deadvlei Vogelnester versteckt sind. Ein Vergnügen, mit der Kamera durch das Gelände zu streifen! Relativ wenige Menschen um die Mittagszeit machen es leicht, die pure Landschaft zu fotografieren, ohne zspäter zu viel auf Photoshop zurückzugreifen, und der Wind ist im Moment auch besser auszuhalten.



