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Erfahrungen Es schmeckt Südamerika

Atemberaubendes Bolivien

Von São Paulo geht es einmal quer von Ost nach West über Regenwald und Berge nach Santa Cruz und gleich weiter in den Amboro Nationalpark – in das Refugio Los Volcanes.

Hier mitten im Nebelwald ist alles grün, die Phototruppe ist komplett und wir und gewöhnen uns auf ca.1.000 Metern ein wenig an die Höhenluft.

Nach 2 Tagen des gegenseitigen Kennenlernens fliegen wir von Santa Cruz nach Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt, was uns auf 2.810 m bringt.

In Sucre versuchen wir auf Plätzen, Straßen und den Markthallen die Peoplephotographie – mit gemischten Ergebnissen, denn die Begeisterung von Fremden fotografiert zu werden ist im Allgemeinen sehr gering, da hilft europäischer Charme wenig, besser schon ist es, etwas einzukaufen wie die leckere Chirimoya bei Miriam.

Aber es soll später auf der Reise noch schwieriger werden, besonders die indigene Bevölkerung ist meist ablehnend gegenüber Touristen mit Photoausrüstung. Das ist schade, denn mit ihrer traditionellen Kleidung bestehend aus verschiedensten Kopfbedeckungen, einem Rock mit diversen Unterröcken, dem Schultertuch und den Wollstrümpfen, wären sie alle ein wunderbares Motiv. 

Sucre ist dominiert von der kolonialen Vergangenheit mit vielen weißen Häusern und Kirchen, die ihre spanische Herkunft und die lange Tradition als Bischofssitz deutlich zeigen.

Zudem muss festgehalten werden, dass es in Bolivien überragend gutes Essen gibt, Highlights waren sowohl die Restaurants in Sucre und La Paz als auch unterwegs, wenn unsere Köchin Alina für uns etwas gezaubert hat, wie zum Beispiel mitten auf dem Salar mit dem perfekt gedeckten Tisch.

Nach 2 Tagen in Sucre geht es über Potosi, einst eine der reichsten Städte der Welt mit seiner mächtigen historischen Silbermine, nochmal 1.000m höher nach Uyuni, wo wir trotz einer Fahrzeugpanne pünktlich zum Sonnenuntergang am Eisenbahnfriedhof ankommen.

Das ist ein Szenario, das wir dank Dirk, unserem Photoguide, auch noch für spektakuläre Nachtaufnahmen nutzen können.

In Uyuni steigen wir mit unserer Köchin Alina und den beiden Fahrern in die Geländewagen, es geht nun immer höher hinauf in eine im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Landschaft. Die nächsten Tage bringen sie uns zu verschiedenen Lagunen, die meist auf über 4.000m Höhe liegen und von tausenden Flamingos bewohnt sind.

Auch Lamas und wie hier Vicuña leben an den Ufern.

Wir fahren durch die Siloli-Wüste, vorbei am Steinbaum und erreichen nachmittags die Laguna Colorada mit ihrem roten Wasser und den imposanten Vulkanen im Hintergrund.

Unsere Unterkunft liegt in einem einsamen Dorf, es gibt Wärmflaschen für die Nacht, das war richtig angenehm, wenn auch nicht zwingend notwendig – und abends um 21:00 wird der Strom abgeschaltet oder die Akkus sind leer…

Am frühen Morgen geht es nochmal zur Laguna Colorada, unser Ziel ist es, fliegende Flamingos, die sich in der Lagune spiegeln, zu photographieren.

Nun kommen wir an den höchsten Punkt dieser Reise auf fast 5.000m und sehen kurz danach an den kochenden Schlammlöchern und Fumerolen von Sol de Mañana, wie aktiv hier die Erde ist – überall qualmt und blubbert es, in der Luft ist viel Schwefel und wenig Sauerstoff.

Die Route führt uns durch Hochmoore und gewaltige Felslandschaften.

Zwischen den riesigen Steinblöcken stellt sich uns ein Vizcacha aus der Familie der Chinchillas als Model zur Verfügung. (danke Anne, dass Du es entdeckt hast!)

Durch die faszinierende Landschaft des Cañón de peñas blanca geht es vorbei an einem Dorf, dass nur noch von 2 Familien bewohnt wird, nach San Juan in unser erstes Salzhotel.

Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 Quadrat­kilometern der weltgrößte Salzsee. Das Salz wird zu Ziegeln für den Hausbau, aber auch auch für die industrielle Nutzung, abgebaut.

Das Brautpaar aus Bolivien möchte von uns photografiert werden.

Auf dem Salar kraxeln wir über die Inseln Pia Pia und Pescado – und finden dabei immer neue photogene Ausblicke.

Der Sonnenuntergang auf dem Salar beeindruckt uns sowohl auf der Isla del Pescado – und belohnt uns für den Aufstieg von etwa einer Stunde wie auch für den Abstieg bei Dunkelheit – als auch mit dem optimalen Licht zum Ausleuchten der Polygonalstrukturen und dazu noch mit tollen Wolken.

Nachdem beide Geländewagen glücklicherweise wieder auftanken konnten – es hat nur einen Abend und den nächsten Morgen gedauert, gerade in den Städten sind die Schlangen an der Tankstelle viele Kilometer lang und niemand weiß, wann es wieder Diesel oder Benzin gibt und wieviele Tage man warten muss – machen wir uns auf den Weg nach Sajama, ….

Alpakas sind richtig knuffig!

Nun möchten wir den Sajama, den mit 6.542m höchsten Vulkan Boliviens sehen, was uns nachdem sich die Wolken ein wenig auflösen auch fast vollständig gelingt. Auf jeden Fall mal wieder ein gelungener Sonnenuntergang!

Zum Sonnenaufgang soll es zu den Alpakas gehen, die morgens ihre geschützten Koppeln am Fuß der Vulkane Parinacota und Pomerape verlassen und in langer Reihe auf die Weiden ziehen sollten.

Danach gibt es einen Spaziergang über die Felder mit Geysiren während Alina und unsere Fahrer das Frühstück mit Api und Buñuelos zaubern – super lecker!

Und vor der Weiterfahrt nach La Paz gnießen wir noch ein schönes warmes Bad in den heißen Quellen.

La Paz, in einem engen Kessel neben El Alto auf ca. 3.200 bis 4.100m gelegen, ist der Regierungssitz Boliviens und aufgrund des Höhenunterschieds von knapp 1.000 m mit über 30km Seilbahnen anstelle von U-Bahn oder S-Bahn erschlossen. Sie verlaufen über endlosen Straßenmärkten.

Der Aufenthalt in La Paz musste auf einen Tag verkürzt werden, denn am Sonntag sind Stichwahlen in Bolivien und damit verbunden absolutes Fahrverbot, so dass wir die Isla del Sol einen Tag früher anfahren müssen und den Wahltag dort verbringen dürfen.

Der Weg nach Copacabana am Titicacasee ist mit einer abenteuerlichen Überfahrt verbunden. Der Titicacasee ist der größte See Südamerikas – auf einer Höhe von 3.800m sind wir nun wieder in sehr angenehmen Gefilden.

Auf die Isla del Sol werden wir dann mit Motorbooten gebracht, deren offenes Oberdeck mein Lieblingsplatz wurde. Die Sonneninsel selbst wird überwiegend von Bauern, Fischern, Lamas, Alpakas, Eseln, Schafen und Hühnern bewohnt, Fahrzeuge oder Maschinen gibt es keine. Aber auch andere Touristen sind kaum zu sehen.

Hier ist man der Erde und der Natur nahe, dazu ein Pachamanca, ein Erdessen aus dem Watia, dem Ofen, in dem erst die Steine erhitzt werden, bevor diese dazu dienen das Essen zu garen, sowie das Ritual des Schamanen für die Patchamama fühlen sich genau richtig an.

Vom höchsten Punkt der Isla del Sol aus genießen wir den Sonnenaufgang mit Blick nach Peru.

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2019 Safari Afrika Es schmeckt

Von Wasser aus der Wüste bis Larven als Vorspeise

Grillen ist in Australien zu unserem kulinarischen Urlaubsvergnügen geworden, in Namibia ging es damit weiter, wobei hier auf dem Holzfeuer gegrillt wird, statt wie in Australien auf den Gasgrill. Das benötigt ein wenig Übung um lange genug die nötige Hitze zu haben. Wir haben alles erfolgreich vom Grill gehabt: Rind, Hühnchen (eher seltener zu kaufen), Lamm, Wurst, Wild und dazu immer einen leckeren, frischen, bunten Salat.

Zum Essen gab es gerne Cider, womit wir hier ebenfalls an die Tradition von Australien anknüpfen konnten, von Zeit zu Zeit auch Wein, den wir vom Flughafen in Johannesburg mitgebracht haben. Schwierig war diesbezüglich nicht das fehlende Angebot, sondern eher die fehlende Kenntnis der Lagen. Cola und Wasser gab es fast immer zu kaufen, meist auch die Variante mit Kohlensäure. Wobei wir beim Wasser dazugelernt haben und besonders beeindruckend wurden, als in der Wüste bei Walvis Bay ohne Werkzeug in knapp 30 cm Tiefe Trinkwasser zu finden war, es wurde uns in einer Muschelschale gereicht (Eines der Erlebnisse auf unserer Quadtour).

Bei Mobola durften wir ein lokales Haus besuchen, wobei dieses „Haus“ aus mehreren Hütten, die den Zimmer vergleichbar sind, bestand, umschlossen durch einen Zaun, bewohnt von einer Großfamilie. Hier werden lokales Getreide – meiste Millet – Obst und Früchte gesammelt, Geld benötigt man hauptsächlich, um die Kinder in die Schule zu schicken, man kennt die Kraft der Natur und schätzt sie – und zum Aufbewahren kann gerne auch die Flasche oder das deutsch Senfglas dienen, statt sie wegzuwerfen. Das nenne ich Nachhaltigkeit und wer sich wundert, woher hier das deutsche Senfglas kommt, dem sei gesagt, dass Spar die in Namibia präsenteste Lebensmittelkette ist.

Aber vor dem Essen geht es an die Arbeit, damit man weiß, wie schnell man zu Mehl kommen kann, auch wenn man keine Maschinen und keinen Strom hat. Apropos Strom: eine kleine Solarstation haben wir gesehen, diese diente, wie könnte es heutzutage anders sein, zum Laden des Smartphones.

Nach 10 Minuten Stampfen und fachkundiger Nachbearbeitung, konnte das Mehl, gemahlen und gesiebt, mit Wasser gekocht und anschließend mit lokalen, roten, gekochten, sehr würzigen Früchten angeboten werden (siehe große Bild oben).

Das schmeckte allen. Zum Nachtisch noch eine lokale Frucht, die nach Aussage unserer Gastgeber dort die Orange ersetzt. In Kasane gab dann eine ganz andere Überraschung: bunte Rumkugel. Rumkugel hatte ich in dieser Region wirklich nicht erwartet (nachdem es sie nicht einmal in Bayern gibt) und dann schmeckten sie auch noch gut, obwohl ich da schon verwöhnt bin.

Alles in allem: man kann gut essen von Namibia bis Victoria Falls, dort haben wir auch das schönste lokale Restaurant der Safari am letzten Abend gefunden, das „Dusty Road“. Als Nachspeise gab es hier einen Pudding aus Baobab-Mehl mit Fruchtmus – absolut super!

Und nicht zu vergessen: ich (Barbara) habe die Vorspeisen-Spezialität in der Tambuti Lodge (Rundu) probiert: „Gebratene Larven“, richtig knusprig und bestimmt viel Eiweiß, da habe ich die Portion ganz aufgegessen…. und nicht mal ein Photo gemacht.